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Freitag, 9. Juni 2017

The Founder vs. the Founders



The Founder


Ein intriganter Michael Keaton gründet McDonald’s. Die Ausgangslage verspricht einen hervorragenden Film, kann dieses Versprechen aber nicht wirklich alten. Inszenatorisch bietet John Lee Hancocks Film dafür eine kleine aber feine Geschicklichkeit.

Wenn es nämlich um die Bildkomposition geht, weiß The Founder das Bild durch Personen und einen lockeren Umgang mit dem dead space lebendig zu halten. Interessant ist auch seine Narration durch Spiegelbilder der zentralen Personen. Im I. Akt gibt es etwa eine schöne Aufnahme einer Person vor ihrem Spiegel, die ohne ein Reframing im Bild bleiben kann, als sie sich abwendet, da sie sich spiegelt. 

Ein klares Übergewicht an Schwächen zeigt sich sonst auf der narrativen und, darin einbezogen, dramaturgischen Ebene. Überspitzt gesagt: Viel wird über Dialoge getragen und alles weitere über Aufnahmen von Personen. Der Film ist zu episch angelegt, mehr Geschlossenheit und kausale Zusammenhänge von Szenen hätten dem Film gutgetan.
Was bleibt, ist die Spannung der Geschichte selbst und natürlich der spielfreudige Michael Keaton in einem Film, der sich seine Wirkung aus der Handlung statt aus der Inszenierung erhofft.


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JAH

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